Aus der Praxis

Westnetz vollzieht digitale Transformation

Westnetz vollzieht digitale Transformation

Dynamisch, effektiv und agil: So beschreiben viele Unternehmen ihre internen Gestaltungsprozesse. Selten dürften diese Worte so zutreffend sein wie bei der Westnetz GmbH. Dort werden die Kernprozesse grundlegend überarbeitet und anschließend weitestgehend digitalisiert. Im Mittelpunkt der Vereinheitlichung des Planungsprozesses stand die Aufgabe, die digitale Netzplanung und das Zusammenspiel von GIS und SAP neu zu definieren. Da unternehmensweit bereits UT-Lösungen von AED-SICAD im Einsatz sind, sollte auch die Netzplanung mit UT for ArcGIS optimiert werden.

Von Anfang an bedient sich die Westnetz dabei agiler Methoden: Über Teamsprints wurden Fragestellungen und Probleme in Gruppenarbeit effektiv und zielorientiert gelöst. Ein Team aus fünf bis acht mandatierten Vertretern auch unterschiedlicher Standorte nimmt sich dabei einer Fragestellung an und formuliert einen Lösungsweg bzw. UseCase. Der Ablauf eines Sprints ist klar definiert. Dabei kommen unterschiedlichste Kreativtechniken zum Einsatz. „Wir haben so sehr schnell und effektiv unsere Anforderungen an eine optimale IT-Unterstützung formuliert und ein tragfähiges Konzept für die IT-technische Realisierung entwickeln können“, begründet Georg Enneking, verantwortlicher Projektleiter Daten- und Systemmanagement Technik der Westnetz, das Vorgehen.

1. Anlegen der Maßnahme im SAP und Planung der Maßnahme im ArcGIS

Zunächst werden in SAP die Maßnahmen, Varianten und Aufträge angelegt. Über eine Schnittstelle werden diese nutzergesteuert in das GIS (hier GRID Planner auf Basis von UT Editor) übertragen. Der Planer kann nun zu den Aufträgen Netzobjekte (Leitungen, Rohre, Bauteile usw.) erstellen. Dabei ist für jedes  geplante GIS-Objekt eine Bündelpositionstabelle hinterlegt, in der alle mit diesem Objekt verbundenen Leistungen und Materialien enthalten sind. Mit diesen Informationen werden später im SAP die Kosten der Maßnahme kalkuliert und die Disposition der Materialien angestoßen.

2. Vor-Ort-Aufnahme von Zusatzinformationen mit mobilen Client

Vor Ort wird die Planung über einen mobilen Client mit Zusatzinformationen angereichert. Dabei werden die örtlichen Gegebenheiten aufgenommen und weitere relevante Attribute wie Oberflächeninformationen oder Tiefbauverfahren im digitalen Projektplan eingetragen. Zusätzlich können Fotos und Notizen vor Ort aufgenommen werden. Diese Daten werden in eine einheitliche Datenbasis hochgeladen. Die Planung kann so im Büro medienbruchfrei mit dem UT Editor angepasst und fertiggestellt werden.

3. Ermittlung der Mengen (Material und Leistungen) und übertragen nach SAP

Zu den abschließenden Arbeitsschritten im GIS gehören die Ermittlung von Tiefbauabschnitten und die Zuweisung von Grabenprofilen. Allen ermittelten Leistungen (Montagen oder Tiefbauleistungen) werden über interne Kataloge Aufträgen zugeordnet. Im Ergebnis ist eine Tabelle mit Leistungspositionsnummern und Materialnummern je Auftrag verfügbar. Eine QS-Funktion im GIS ermöglicht es, alle ermittelten Material- und Leistungspositionen final zu überprüfen. Abschließend werden alle Daten der Planungsvarianten in die relevanten SAP Aufträge übertragen.

Im SAP sind damit alle Vorgänge sowohl in den Aufträgen als auch in der Bestellanforderung mit Material- und Leistungspositionsnummern gefüllt. Über die in SAP hinterlegten Preise ist dann eine vollständig kalkulierte Maßnahme erstellt. Alle weiteren Schritte, wie die Beauftragung und Abrechnung des Bauprozesses, werden anschließend in SAP vollzogen.

Die finalen Tests sind bereits im Januar 2019 gestartet. Westnetz wird den Grid Planner sehr zeitnah unternehmensweit ausrollen und so medienbruchfrei und effizient planen.

Zurück

zur Liste der Artikel "Aus der Praxis"