Aus der Praxis

Multi-Utility-System in der Metropole Wien

Multi-Utility-System in der Metropole Wien

AED-SICAD implementiert ArcFM UT in der Sparte Strom

Nach der Migration der Sparte Gas sind die Wiener Netze nun auch in der Sparte Strom mit der Software ArcFM UT der Bonner AED-SICAD GmbH produktiv. Ziel dieser Umstellung ist, die Datenbestände zu einer Multi-Utility-Datenbank zusammenzuführen und integriert weiter zu bearbeiten. Viele betriebliche Prozesse werden aus dem integrierten Datenpool mit Informationen versorgt. Die gemeinsame Datenbank stellt damit das Herzstück des Asset Managements der Wiener Netze dar. Und die Reise geht weiter: Mit der Migration  der Sparte Fernwärme nach ArcFM UT ist eine weitere Konsolidierung und gemeinsame Nutzung von Datenbeständen geplant. 

Das Projekt zur Umstellung auf ArcFM UT hatte eine Laufzeit von etwa zweieinhalb Jahren. Es wurde in Zusammenarbeit mit Wien-IT, den Wiener Netzen und AED-SICAD durchgeführt. Zu den Aufgaben von AED-SICAD gehörten die Parametrierung, Datenmigration und Funktionserweiterungen. Die Wien-IT hatte den Schwerpunkt in der Systemintegration, Bereitstellung des Websystems und der mobilen Anwendung. Die Wiener Netze zeichneten für die Eingangsprüfung der Datenbestände und Funktionszulieferungen verantwortlich. 

Das Projektmanagement wurde gemeinschaftlich mit drei gleichberechtigten Projektleitern besetzt. Dieses Modell zur Projektdurchführung stellte sich als äußerst effizient und zielführend heraus. Der hohe Kompetenz-Level bei allen Beteiligten machte eine pragmatische und schnelle Lösung auftretender Probleme möglich. So konnte das Projekt termingerecht ohne Leistungsverlust abgeschlossen werden. 

Was sich ebenfalls als sehr nützlich herausstellte war die Durchführung eines Vorprojektes zur Überprüfung der Machbarkeit und detaillierten Anforderungsanalyse. Mit einer Laufzeit von drei Monaten konnte damit der Grundstein für ein Gelingen des Hauptprojektes gelegt werden. Vielen IT-Projekten mangelt es an detaillierten Anforderungsbeschreibungen und fundierten Aussagen zur Machbarkeit. Horrend steigende Kosten und Krisen im Projekt sind häufig die Folge. Diesen Risiken konnte mit dem Vorprojekt erfolgreich vorgebeugt werden. 

Das Netzinformationssystem der Wiener Netze wartet mit vielen fortschrittlichen Lösungen und Neuerungen auf. So wurde bei der Migration auf die Bemaßung verzichtet. Die vorliegenden Geodaten sind hinreichend genau. Auf Grund der durchgehend elektronisch verfügbaren Geodaten auch auf mobilen Geräten können die Positionen direkt im Datenbestand abgegriffen werden. Der Effekt ist eine gewaltige Aufwandseinsparung bei der Fortführung der Datenbestände. 

Ein weiterer zentraler Bestandteil bei der Fortführung der Datenbestände ist die Generalisierung der Störungspläne. Diese Planart wird vor allem im Betrieb zur Überwachung von Schalthandlungen genutzt. Störungspläne werden aus den Bestandsplänen mit Hilfe der UT Generalisierung automatisiert abgeleitet und dann manuell nachgearbeitet. Dadurch entsteht ein weiteres optimiertes Planwerk für einen speziellen Einsatzzweck ohne diese vollständig neu erfassen zu müssen. Die Wiener Netze haben auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet und können heute mit vertretbarem Aufwand ein qualitativ hochwertiges, gut lesbares Planwerk in Maßstäben zwischen 1:1.000 bis 1:5.000 bereitstellen. 

Die Einführung von Netzinformationssystemen war in den vergangenen Jahren geprägt von umfangreichen Funktionsentwicklungen und damit hohen Folgekosten bei der Wartung des Systems. Die Standardsoftware ArcFM UT bietet einen so hohen Fertigungsgrad, dass selbst große Netzbetreiber wie die Wiener Netze mit einem Minimum an Individualentwicklung auskommen. Gera- de einmal ein gutes Dutzend Funktionen wurden auf Grund spezifischer Anforderung von AED-SICAD entwickelt.  Der geringe Individualanteil ist ein riesiger Vorteil für die Standardisierung der Applikationswelt und ein wichtiger Beitrag für die Zukunft der IT-Infrastruktur des Unternehmens. 

Die Wiener Netze nutzen ArcFM UT nun auf 40 Arbeitsplatzen zur Fortführung der Gas- und Stromdaten. Das System ist Datenlieferant für Reportingsysteme, SAP, Netzberechnung sowie Instandhaltungssysteme im Bereich Nieder- und Mittelspannung und Anlagen und damit ein zentraler Baustein der Unternehmens-IT. Mit der bevorstehenden Migration der Fernwärme-Datenbestände nach ArcFM UT ist ein weiterer Standardisierungsschritt in Planung, um weitere Effizienzsteigerungen zu erreichen und Kosten zu sparen.

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