Aus der Praxis

Der Weg zur Langzeitspeicherung

Der Weg zur Langzeitspeicherung

Wege aus dem digitalen Vergessen

Das Projekt „Langzeitspeicherung“ (LZS) der Partner Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV), AED-SICAD GmbH und SER eGovernment Deutschland GmbH geht in die nächste Phase. Ziel ist die Erstellung eines standardisierten LZS-Systems für Geodaten. Die erste Implementierungsstufe wurde erfolgreich Ende 2018 in Betrieb genommen. Die Stufe 2 befindet sich aktuell in der  Entwicklung.

Der erste Meilenstein - der Produktivgang:

Seit Dezember 2018 ist das LZS-System erfolgreich im Einsatz. Neben den Katasterunterlagen werden sechs weitere Geodatenarchive mit historischen Karten verwaltet.

Zusammen stark – die drei Projektpartner

Die Grundlagen für das LZS-System bilden das Speichersystem mit den Verwaltungsfunktionen der Archivierungskomponente, die Anwenderoberfläche des Auskunftssystems sowie die Daten des Grenznachweises.

Als Archivierungskomponente wurde das Enterprise-Content-Management-System Doxis4 von SER eingesetzt. Das responsive, browserbasierte Nutzer-Interface des GIS-Portals von AED-SICAD ermöglicht den Anwendern die Archivierung der Daten. Die Daten zur digitalen Archivierung stellt der LGV aus der vorigen Anwendung „Daten des Grenznachweises“ bereit. Hamburg hat schon für die erste digitale Anwendung zum Grenznachweis (2000-2018) die meisten Altdaten digitalisiert, so dass ca. 1,1 Mio. Seiten vorliegen.

Über ein Exportwerkzeug konnte durch den LGV der komplette Datenbestand aus dem Altsystem ausgelesen und in ein auf die neue LZS-Anwendung zugeschnittenes Dateisystem abgelegt werden.

Ordnerstruktur bleibt Ordnerstruktur – auch digital

Die Ordnerstruktur bildete die einzelnen Jahrgänge einer Gemarkung ab, sodass in dieser für die mehr als 135 aktiven und historischen Gemarkungen der Hansestadt Hamburg die Dokumente der Jahrgänge von 2018 zurück bis teilweise 1870 abgelegt wurden. Am originären TIFF-Dateiformat wurde nichts verändert. Lediglich mehrseitige TIFF-Dokumente wurden in Einzeldokumente abgelegt. Insgesamt betrug das Export-Datenvolumen ca. 1,2 Terabyte.

Bei der Entwicklung dieses LZS-Systems haben alle drei Partner eng zusammengearbeitet und konnten so die speziellen Anforderungen, die sich aus der Archivierung von Geodaten ergeben, frühzeitig berücksichtigen.

Zweistufige Übernahme in den Produktivbetrieb

Die Daten des Grenznachweises wurden durch SER und AED-SICAD in das Integrationssystem importiert, auf das der LGV bereits entwicklungsbegleitend Zugriff hatte. So konnte von Beginn an das LZS-System getestet,  Fragen konnten ausgetauscht und Anmerkungen berücksichtigt werden.

Produktionsstart – von  Kunden unbemerkt

Nach Tests durch AED-SICAD und das LZS-Team des LGV konnte das „GoLive“ initiiert werden. Damit begann ab 28.08.2018 der Aufbau der Anwendung im produktiven Umfeld, gepaart mit der fristgerechten Kündigung der Altanwendungs-Unterstützung und dem Wechsel des Dataport-Betriebsteams. Am 18.12.2018 stand schlussendlich die LZS-Anwendung produktiv für die Nutzer bereit.

Die vielen Fachnutzer haben von dieser grundlegenden Systemumstellung praktisch nichts bemerkt. Für sie steht seit dem 18.12.2018 einfach eine völlig neue Anwendung zur Verfügung, die digitale Geodaten des Grenznachweises für viele Jahrzehnte sicher und nachhaltig bereitstellt. Gleiches soll in 2020 auch für die digitalen gerasterten Bilddaten, wie den Luftbilddaten und den DOPs,  in der nächsten Stufe umgesetzt werden.

Stufe 2 - mit voller Kraft voraus

Parallel zur Inbetriebnahme der Stufe 1 hatten die drei Partner bereits Ausbaustufe 2 im Fokus. Sie umfasst die Verwaltung georeferenzierter Rasterbilder wie etwa Orthophotos oder Luftbilder. Diese Datenklassen sind sehr speicherintensiv und werden die zukünftig zu verwaltende Datenmenge im LZS-System auf 120 Terabyte verhundertfachen.

Orthophotos und Luftbilder werden in der LZS zusammen mit den zugehörigen Metadaten (Dossiers) verwaltet. Hierzu gehören neben Datensätzen nach dem Metadatenstandard ISO 19155 jahrgangs- und befliegungsspezifische Informationen sowie Kachel- und Befliegungsübersichten.

In der Stufe 2 wird das LZS-System um das Konzept der Geodatentypen erweitert. Der Geodatentyp beschreibt die Art einer LZS-verwalteten Datenklasse und unterscheidet Rasterbilder mit bzw. ohne Raumbezug, sonstige Rasterdaten (bspw. DGM, DOM), Vektordaten (bspw. NAS-Daten) und alphanumerische Daten (bspw. ALB-Daten). Mit einer Produktivsetzung der LZS-Stufe 2 bei Dataport ist voraussichtlich Mitte 2020 zu rechnen.

Zurück

zur Liste der Artikel "Aus der Praxis"