Aus der Praxis

UT hebt ab

UT hebt ab

AED-SICAD implementiert Pipeline-Überwachungssystem der Mainova

Dass der Einsatz von GIS auch in einem Helikopter Sinn macht, konnte die AED-SICAD AG bei der Mainova AG und deren Tochtergesellschaft Netzdienste Rhein-Main GmbH (NRM), unter Beweis stellen. Die NRM ist der Netzbetreiber der Mainova AG in Frankfurt am Main. Seit einem Jahr ist dort eine spezielle Erweiterung des UT Asset Managers im Einsatz. Die Software dient zur Überwachung des Gas-Hochdrucknetzes in weiten Teilen Hessens und in kleineren Gebieten an den Landesgrenzen in den benachbarten Bundesländern Thüringen, Niedersachsen und Bayern und Rheinland-Pfalz. Im Auftrag der NRM kontrolliert die Rotorflug GmbH aus Friedrichsdorf einmal im Monat aus der Luft das Netz, um mögliche Beschädigungen durch Erdbewegungen oder Bautätigkeiten rechtzeitig zu erkennen.

Hintergrund:

Jeweils in der ersten Woche jeden Monats werden die Gas-Hochdruckleitungen der Mainova AG aus der Luft kontrolliert. Dabei wird jede Veränderung der Erdoberfläche  auf der Leitungstrasse als Meldung erfasst und mit einem Foto versehen. Veränderungen der Erdoberfläche in der Nähe von Gas-Leitungen können Erdarbeiten, Kanalarbeiten, Straßenbau, Erdaushub und andere Aktivitäten sein. Am Ende des Befliegungstages werden die erfassten Meldungen kontrolliert und anschließend an die NRM zur Datenintegration in das zentrale System übergeben. Die NRM-Mitarbeiter wiederum laden sich die neuen Baustellenmeldungen auf ihre mobilen Geräte und fahren dann die Baustelle an, um möglichen Schäden an den Gas-Leitungen vorzubeugen.

Hardware

Zum Einsatz kommt ein handelsübliches Notebook, auf dem der UT Asset Manager installiert ist. Im Helikopter gibt es eine 230V Stromversorgung. Das Gerät kann also ständig mit Strom versorgt werden. Das Notebook ist mit einem GPS-Empfänger ausgestattet. Dieser empfängt laufend die aktuelle Position und zeichnet diese als Track auf.

Erfassung von Meldungen

Wird während des Fluges eine Veränderung in der Nähe oder auf der Trasse entdeckt, dann fliegt der Helikopter in der Regel einen Vollkreis. Dabei wird über der relevanten Position per Tastendruck die aktuelle Position abgegriffen,  eine Meldung erfasst und vom Co-Piloten ein Foto gemacht. Im UT Asset Manager wird dabei ein Objekt erzeugt und in der lokalen Datenbank gespeichert.

Rahmenbedingungen

Der Autor selbst hatte die Gelegenheit, an einem Testflug zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Software teilzunehmen. Ziel war es, im direkten Dialog mit den Piloten die Einsatzfähigkeit zu überprüfen und die Software im Helikopter anzuwenden.

Dabei konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Die Flugbedingungen spielen natürlich eine große Rolle. Freie Sicht, kein Laub an den Bäumen, keine Sonne und damit fehlende Schattenbildung sind Idealbedingungen. Die Flughöhe beträgt zwischen 100 und 300 m. Die Fluggeschwindigkeit liegt zwischen 80 und 160 km/h - je nach Leitungsverlauf. Die Flugbahn  ist eher nichts für schwache Nerven. Wenn erforderlich, werden Baustellen im engen Radius auch mehrfach umkreist, um die Situation auf der Erdoberfläche vollständig zu erfassen.

Besondere Anforderungen an die Kartennachführung

Besonders der  Nachführung und Ausrichtung der Karte während des Fluges kommt bei dieser Art des Einsatzes eine hohe Bedeutung zu.  Ein einfaches Zentrieren der GPS-Position auf den Kartenmittelpunkt ist nicht ausreichend. Der Pilot hat als einzige Orientierung die Gasleitung und die aktuelle Position auf dem Notebook. Und von dieser Gasleitung sollte er auf dem Bildschirm möglichst „one mile ahead“ sehen können.

Um den schnellen und engen Flugbewegungen innerhalb kurzer Zeit folgen zu können, hat AED-SICAD eigene Algorithmen zur Kartennachführung entwickelt. Die Erfassung einer Baustelle per Tastendruck ist dann eher eine leichte Übung. Wichtig ist auch, dass sämtliche Funktionen über Funktionstasten erreicht werden. Die Benutzung einer Maus oder vielschichtiger Menüs ist im Helikopter nur schwer möglich.

Der Einsatz des UT Asset Manager ist ein Teil des gesamten Baustellenüberwachungssystems der Mainova. Dieses integrierte, GIS-basierte System, welches Befliegung, Begehung, Bauauskunft und die laufende Überwachung der Baustellen miteinander verknüpft, stellt eine hochoptimierte Anwendung dar. Der Schutz der Menschen und der Betriebsmittel steht dabei im Zentrum der Anforderungen an die beteiligten Systeme.

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