Aus der Praxis

Umstellung gelungen!

Umstellung gelungen!

Einen kompletten Neuaufbau der Geodateninfrastruktur hat die Stadt Gütersloh innerhalb von zwei Jahren gemeinsam mit der AED Solution Group  vollzogen. In der Stadt mit etwa 100.000 Einwohnern mussten verschiedene Kataster im Zuge der Systemumstellung auf die neue Technologie migriert werden. Ziel war es, in allen Fachämtern einen durchgängigen Workflow zu generieren und so Arbeitsabläufe effektiver zu gestalten.

Schon früh fiel in Gütersloh die Entscheidung, als Basis-Technologie ArcGIS von  Esri zu verwenden. Im Rahmen von ersten Produktpräsentationen und Teststellungen hat sich dann schnell gezeigt, dass die von der AED Solution Group angebotenen Standard-Fachschalen und Lösungen schon in weiten Teilen die von der Stadt geforderten Anforderungen und Funktionen erfüllten.  Damit waren die Weichen für eine erfolgreiche Vergabe gestellt, und die AED Solution Group mit den Unternehmen AED-SICAD, AED-SYNERGIS, ARC-GREENLAB und BARAL Geohaus-Consulting  konnte sich im Verfahren durchsetzen.

Ein wesentliches Kataster, das von der Umstellung betroffen ist,  stellt die Stadtgrundkarte (SGK) dar. Die SGK enthält umfangreiche topographische Informationen. Die Topographie wird auf Basis eines Signaturenkatalogs abgeleitet und beschreibt Verkehrsflächen, Böschungen, Einzeldarstellungen von Bäumen, Straßeninventar und vieles mehr.  In einem mehrstufigen Verfahren haben die Abteilungen Geoinformation und Geobasisdatenerfassung in enger Zusammenarbeit mit der AED-SICAD die Konzeptionierung des SGK-Katasters im Esri-Umfeld geplant und entwickelt. Mit Hilfe der FME wurde der Datenbestand aus dem Altsystem in ein Esri-kompatibles Format übertragen. Die Umstellung hatte höchste Priorität, da die SGK Basisinformationen für andere kommunale Fachkataster liefert. Sie dient der gesamten Stadtverwaltung als wesentliche Grundlage für viele Planungsvorhaben.

Auf Basis des Konzeptes ging es nun daran, die Produkte aus dem Portfolio der AED Solution Group so  abzustimmen und zu konfigurieren, dass im Ergebnis ein praxistaugliches Fachverfahren entsteht, welches eine tagesaktuelle Fortführung der SGK gewährleistet. Da die Mitarbeiter im  vermessungstechnischen Außendienst häufig auftragsbezogen und mitunter zeitgleich die SGK bearbeiten und fortführen, war es erforderlich, eine multiuser-fähige Datenbank zu verwenden. Die Daten mussten in einer ArcGIS Enterprise Geodatabase gespeichert werden.

Neben der Datenhaltung galt es zu klären, wie auftragsbezogene Daten mit in den Außendienst genommen werden können. Hier hat sich die Stadt für das ArcGIS Add-in SmartReplika von AED-SYNERGIS entschieden, mit dessen Hilfe sich die Auftragsgebiete in eine lokale Geodatabase inklusive entsprechender MXD-Datei replizieren lassen. Dies vereinfacht die Replikation erheblich, da der Arbeitsprozess auf lediglich zwei Schaltflächen reduziert wird. „Die Anwenderfreundlichkeit des Werkzeuges war für uns an dieser Stelle ein wesentliches Kaufkriterium, denn wir können nicht allen Anwendern umfangreiche Fachkenntnisse abverlangen. Für die meisten reicht die auf das Wesentliche reduzierte Fachschale, die aber zielführend die Daten repliziert. Die komplexen Replikationsmechanismen laufen komplett im Hintergrund“, freut sich Thorsten Schmidthuis, Leiter der Abteilung Geoinformation bei der Stadt Gütersloh, über das Ergebnis.

Mit gl-survey von ARC-GREENLAB kommt zudem eine moderne Komplettlösung für die Ingenieur- vermessung, Kataster- und kommunale Vermessung hinzu. Die Software kann alle Prozesse von der Steuerung der Vermessungsinstrumente im Feld bis zur Auswertung und Weiterverarbeitung der Messdaten im Büro abbilden. In Gütersloh wurden dafür die im Altsystem erstellten Kodierungen in das neue System übertragen und als Basis für die Objektbildung definiert. Während Punkte und Linien weitestgehend automatisiert im gl-survey erstellt werden, müssen flächenhafte Objekte manuell erzeugt werden. „An dieser Stelle war uns die Kopplung zum vermessungstechnischen Innendienst, wo letztendlich die Veredelung der SGK stattfindet, ein wichtiges Anliegen“, erläutert Schmidthuis.

Für das Erstellen von Böschungen und Mauer- und Treppenobjekten sowie das Ableiten von featurebezogenen Objekten kommt GeoOffice von AED-SYNERGIS zum Zug. Die Topographie-Werkzeuge ließen sich nahtlos integrieren und erlauben über die im Hintergrund laufenden Steuertabellen umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten. Der abschließende Abgleich und das Zurückspielen des Replikats mit dem Produktivdatenbestand schließt den Kreis in Gütersloh.

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