Aus der Praxis

Netzauskünfte bei der SAKO

Netzauskünfte bei der SAKO

Saarländische Kooperation arbeitet GIS-gestützt mit ArcFM UT

Die vier Netzgesellschaften Creos Deutschland GmbH, energis-Netzgesellschaft mbH, Stadtwerke Saarbrücken Netz AG und VSE Verteilnetz GmbH haben sich zu der sogenannten „Saarländischen Kooperation“ (SAKO) zusammengeschlossen.  Eines der verschiedenen  Kooperationsfelder ist die gemeinsam  vorgehaltene  Netzdokumentation  und  die  Nutzung  eines  gemeinsamen  Geographischen Informationssystems (GIS). Hierzu nutzt die SAKO die Lösung ArcFM UT der AED-SICAD AG.

Die Planung und Vorbereitung von Arbeiten im Bereich der Netzinfrastruktur von Versorgungsunternehmen setzen eine nachvollziehbare und  ar-chivierte Bereitstellung von  Leitungsdaten durch das  Versorgungsunternehmen voraus.  Die  vier Unternehmen der SAKO müssen ihre jeweiligen Sparten und gegebenenfalls die Sparten weiterer Mandanten nach DVGW GW 118 bzw. VDE-AR-N 4203 beauskunften. Hierzu wird das Produkt UT BAUAUSKUNFT  (WBAU) eingesetzt. Das Produkt WBAU unterstützt diesen Prozess durch eine browserbasierte Lösung mit einer intuitiv zu bedienenden Oberfläche, in der die Karte die zentrale Rolle spielt.

Um eine Planauskunft zu erhalten, durchlaufen die Nutzer drei Prozessschritte. Der erste Schritt ist die einfache Navigation zum Anfragebereich. Neben den Standard-Navigationsfunktionen (Zoom, Pan) steht auch eine einfache Suchfunktion über Adressdaten zur Verfügung. Die SAKO hat zu ihren Versorgungsgebieten einen eigenen geocodierten Adressdatenbestand im ArcFM UT, der von dieser Suchfunktion herangezogen wird.  Dabei arbeitet die einzeilige Suchfunktion  mit einer automatischen Vervollständigung  der eingegebenen Adressdaten (Straße, Ort). Auch die genutzte Hintergrundkarte innerhalb der UT Bauauskunft wird aus der eigenen Grundkarten-SDE über ArcGIS Server Map Services bereitgestellt. Eine mögliche Nutzung weiterer externer Kartendienste über  ArcGIS Online (z.B. Orthofotos oder OpenStreetMaps) ist derzeit noch nicht vorgesehen.

Im zweiten Prozessschritt wird der abzufragende Bereich festgelegt. Dazu bietet die SAKO in ihrer UT Bauauskunft für eine graphische Selektion in der Karte die Funktionen Rechteck, Polygon oder Linienzug an. Nach der Festlegung des Bereiches errechnet das System am Bildschirm die Ausmaße der berechneten Kartenblätter. Der Nutzer hat direkt die Möglichkeit, über die von der SAKO vor- gegebenen Maßstäbe, Papiergrößen, einen frei einzugebenden Wert der Überlappung oder durch interaktives Verschieben/Drehen seine Kartenblätter anzupassen. Jede dieser Änderungen führt automatisch zur  Aktualisierung der  Anzeige der Kartenblätter.

Der dritte Prozessschritt und letzte vor der Bereitstellung der Planauskunft erfordert die Eingabe der für die Auskunft notwendigen Zusatzinformationen wie Anfragegrund, Verwendungszweck, Beginn der  Bauarbeiten und Kontaktdaten. Nach dem Absenden der Anfrage kann direkt mit einer neuen Auskunft gestartet werden, während die gestellten An fragen im Hintergrund abgearbeitet werden.

Im Backend werden jetzt verschiedene Prüfungen durchgeführt.  Aufgrund der unterschiedlichen Versorgungsgebiete der SAKO wird zuerst der Anfragebereich mit dem Versorgungsgebiet des Netzbetreibers verschnitten. Zeigt diese Verschneidung, dass sich der Anfragebereich nicht im Versorgungsgebiet befindet, so bekommt der Anfragende dies als Hin- weis mitgeteilt und es werden keine Pläne für die Auskunft erstellt. Für Anfragen, die sich im Versorgungsgebiet des Netzbetreibers befinden, werden definierte Auskunftsplanwerke erzeugt und zu einem Anfragepaket zusammengestellt.

Eine zusätzliche Anforderung der SAKO an die UT Bauauskunft war die Bereitstellung von Baustellendokumenten. Befindet sich eine aktive Baustelle im Anfragebereich, so werden die dieser Baustelle zu- geordneten Dokumente (Einmessungsskizzen, Feldbücher,  etc.) dem  Anfragepaket hinzugefügt. Die Ausgabe des Anfragepaketes erfolgt über die Bereitstellung einer ZIP-Datei, die nicht nur die Kartenblätter der abgefragten Sparten beinhaltet, sondern auch vorher definierte statische Dokumente wie Zusammenfassung, Legende, Haftungsausschluss oder Schutzanweisungen.

Diese ZIP-Datei wird über einen Download-Link per E-Mail zur Verfügung gestellt. Abgeschlossen ist die Anfrage für die SAKO aber erst, wenn der Nutzer die Vollständigkeit und Lesbarkeit der Auskunft bestätigt hat. Dies kann er über einen Link innerhalb der Mail oder aber über sein Auftragsbuch innerhalb der UT Bauauskunft durchführen.

Alle Anfragen und Auskünfte werden rechtssicher protokolliert. Diese Informationen stehen den SA- KO-Administratoren innerhalb der WBAU-Administrationsoberfläche für flexible Auswertungen nach verschiedensten Kriterien zur Verfügung. Auch ein Download der Analyseergebnisse  in das Microsoft Excel-Format ist möglich.

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