Aus der Praxis

LEFIS auf der Zielgeraden

LEFIS auf der Zielgeraden

Erfolgreicher Umstieg auf die neue LEFIS 6.4 Software

Die LEFIS Produktionseinführung in diesem Jahr ist auf der Zielgeraden: Nach der Lieferung der neuen LEFIS 6.4 Software im Herbst 2016 wurde diese bis zum Jahresende erfolgreich in den neuen Systemumgebungen der Bundesländer der IP LEFIS installiert und in Betrieb genommen. Im Laufe des Jahres wollen nun einige Bundesländer der IP LEFIS die Produktionseinführung vollziehen.

Um einen reibungslosen Umstieg auf die neue Version zu gewährleisten, ist bereits im Sommer 2016 der Vorgang mit allen LEFIS-Kunden erörtert und geplant worden. So konnten im Anschluss rechtzeitig die neuen Systemumgebungen vorbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Nach erfolgreicher Installation und Inbetriebnahme in Zusammenarbeit mit AED-SICAD in allen Bundesländern der IP LEFIS bis Ende 2016 bildete die Überführung der LEFIS 6.3 Pilotierungsdaten in die LEFIS 6.4 Datenstrukturen den Abschluss dieses Projektschrittes. Aufgrund der umfangreichen Modelländerungen wurde hierfür ein eigens von AED-SICAD realisierter Modellkonverter eingesetzt.

Mit LEFIS 6.4. sind die grundlegenden Software-Komponenten für LEFIS (3A 6.4, ArcGIS 10.2.2) aktualisiert worden. Zudem ist der Umstieg auf aktuelle Betriebssystem-Versionen, insbesondere Windows Server 2012 R2, und DBMS-Versionen (Oracle 12c) erfolgt. Gleichzeitig steht nun ein deutlich geändertes und erweitertes LEFIS Datenmodell 1.5.0.6 zur Verfügung, das vor allem die aus der Pilotierung erwachsenen Änderungs- und Erweiterungsanforderungen für den geplanten Produktionsbetrieb berücksichtigt.

In der neuen Software wurden mehrere funktionale Erweiterungen realisiert. So wurden die Nachweise des alten Bestandes an die neuen Vorgaben der IP LEFIS für das Basis-Layout, die Formatierung, Ausgabeanordnung und Sortierung angepasst.

Mit der neuen Funktion zum Abgleich der Wertermittlung des Alten und Neuen Bestands können Differenzen zwischen diesen Daten besser erkannt und plausibilisiert werden. Je nach Entstehung der Wertermittlung muss das Ergebnis beurteilt werden. Wurden die Wertklassen- und Wertkorrekturflächen in den neuen Bestand kopiert, so dürfen bis auf einzelne Grenzanpassungen keine Differenzen auftreten.

Zudem stehen nun Erweiterungen der Funktionen für Ausgleiche und Entschädigungen zur Verfügung. So wurde  die Bearbeitung aus Ordnungsnummernsicht optimiert. Neue Ausgleiche und Entschädigungen für Abweichungen vom Abfindungsanspruch oder andere Sachverhalte können über einen eigenen Dialog erfasst und bearbeitet werden. Dieser greift auf einen zentralen Katalog definierter Ausgleichs- und Entschädigungsschlüssel mit zugehörigen Beispielbeschreibungen zu und zeigt diese an, um den Anwender bei der Auswahl des richtigen Schlüssels zu unterstützen. Ein neuer Dialog „Buchungen für Ordnungsnummer“ zeigt schließlich übersichtlich den Stand der Erfüllung von Ausgleichs- und Entschädigungsvorgängen. Das Inkassogeschäft wird hierbei nicht direkt durch die Flurbereinigungsbehörde, sondern indirekt durch den Verband der Teilgemeinschaften ausgeführt. Der Dialog enthält daher auch die Abgabeschnittstelle an den Verband der Teilnehmergemeinschaften.

Historisch bedingt werden im Liegenschaftskataster (ALKIS) ggf. vom Grundbuch abweichend (geschrieben)e Bestandsverzeichnisnummern, Namensnummern etc.  geführt. Für die Bearbeitung in LEFIS ist es jedoch notwendig, dass die Angaben nach dem Grundbuch geführt und in den Nachweisen ausgegeben werden müssen. Weiterhin werden in LEFIS Attribute benötigt, die nicht zum ALKISGrunddatenbestand gehören. Um eine aufwendige und unnötige Korrektur von ALKIS zu vermeiden, wurden im Datenmodell LEFIS bei den ergänzenden LEFIS-Objektarten korrespondierende Attribute vorgesehen. Die LEFIS Software wurde entsprechend angepasst und stellt über zentrale Funktionen sicher, dass in allen Anzeigen und Ausgabedokumenten die höchstrangigen Angaben erscheinen.

Zur Unterstützung und Absicherung des Grundbuchvergleichs wurde der automationsgestützte Abruf von EGB-Datenbeständen auch für LEFIS realisiert. Die Funktion nutzt dabei die allgemeine Möglichkeit, LEFIS-Objekte mit URL-Dokumenten verknüpfen zu können. In einem ersten Schritt wird vom 3A Editor LEFIS aus der Grundbuchabruf für ein Verfahren initiiert. Hierbei entstehen eine Auftragsdatei mit den Grundbuchblattkennzeichen der am Verfahren beteiligten Grundstücke sowie ein in der LEFIS DHK gespeicherter Verfahrenstermin zum letzten Grundbuchabruf. Die Auftragsdatei wird von einem Grundbuch-Server gelesen, und die angeforderten Grundbuchauszüge werden als PDF-Dokumente zum Download bereitgestellt. Ein Prozess der LEFIS DHK prüft täglich für Verfahren mit aktivem Grundbuchabruf, ob neue, geänderte oder wegfallende Grundbuchauszüge vorliegen. Die URL-Verknüpfungen betroffener Buchungsblätter werden anschließend in der LEFIS DHK aktualisiert. Dem Benutzer stehen damit tagesaktuelle Grundbuchauszüge verbunden mit einem systemseitigen Hinweis zur Überprüfung des Grundbuchvergleichs zur Verfügung.

Die dargestellten Änderungen im Datenmodell LEFIS 1.5.0.6 sind auch Grundlage und Voraussetzung für notwendige Prozessänderungen, die in diesem Jahr umgesetzt werden sollen. Hierzu wurde mit der IP LEFIS ein Fahrplan für Anpassungsarbeiten und Update-Lieferungen unter Berücksichtigung der geplanten Produktionseinführungen abgestimmt. Der Fokus des für Ende März 2017 geplanten Updates liegt in den Bereichen Qualitätssteigerung und Optimierung einiger Workflows. Im Sommer 2017 werden den Anwendern die bezüglich der neuen Vorgaben überarbeiteten Nachweise des Neuen Bestandes zur Verfügung stehen. Eine abschließende Lieferung im Herbst stellt die vom Auftraggeber vorgesehenen, funktionalen Erweiterungen bereit.

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