Aus der Praxis

Integrierte Fortführung von ALKIS und LoD2-DE

Integrierte Fortführung von ALKIS und LoD2-DE

Der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) Hamburg und die AED-SICAD GmbH realisieren gemeinsam die integrierte und damit kontinuierliche Aktualisierung des flächendeckenden LoD2-Gebäudebestands mit den ALKIS-Daten -  und das noch vor Einführung der geplanten Version GeoInfoDok 7.1. So  wird ein weiterer Meilenstein bei der Bereitstellung stets aktueller Geobasisdaten  erreicht.

Ausgangssituation

Die LoD2-Gebäudedaten werden derzeit einmal jährlich neu abgeleitet und u. a. an die Zentrale für Hauskoordinaten und Hausumringe (ZSHH) abgegeben bzw. im Transparenzportal Hamburg veröffentlicht. Als Ausgangsquellen dienen bisher Laserscan-Daten, Luftbilder und ALKIS-Grundrissdaten. Die Aktualisierung der ALKIS-Daten erfolgt parallel im Rahmen der täglichen Katasterfortführung mit dem 3A Editor ALKIS. Einzelne 3D-nahe Informationen wie die Dachform werden heute bereits in ALKIS gespeichert. Für Firstrichtung und Höhenwerte ist dies ebenfalls möglich, jedoch nicht in Form von 3D-Objekten. Im Rahmen der GID 7.1 werden in ALKIS neben den 2D- auch 3D-Objekte aktualisiert und gespeichert, um via NBA-Verfahren den Kunden aktuelle ALKIS-Daten (2D-Objekte), Reliefdaten sowie LoD2-Gebäudedaten zur Verfügung stellen zu können. Alle Daten sind konsistent und aktuell.

Projektziel

Der LGV verfolgt das Ziel, die integrierte 3D-Bearbeitung (LoD2-Gebäudedaten) noch vor der Einführung der GID 7.1 zu ermöglichen. In der ersten Stufe des Projekts sollen die LoD2-Gebäudedaten zusammen mit jeder Gebäudefortführung in ALKIS aktualisiert werden. Die Speicherung der 3D-Gebäudedaten erfolgt dabei noch nicht in der ALKIS-DHK, sondern parallel in einer eigenständigen 3D-Datenbank. Mit der Einführung der GID 7.1 ist dann eine Überführung in die ALKIS-DHK geplant. Aktuell befindet sich die erforderliche Erweiterungskomponente 3A Editor ALKIS 3D beim LGV in der Erprobungsphase.

Projektanforderungen

Bei der integrierten Bearbeitung muss beachtet werden, dass unterschiedliche Modellierungsansätze für Gebäude und Bauteile existieren. Die Objekte, die in ALKIS mit „Bauteil“ und im LoD2 mit „Buildingpart“ bezeichnet werden, sind inhaltlich nicht identisch. Das ist bei der Entwicklung des Volumenkörpers aus dem ALKIS-2D-Grundriss insofern problematisch, als dass das ALKIS-Gebäude die ALKIS-Bauteile umschließt und eine eindeutige Zuordnung der Geometrien möglicherweise erschwert.

Da die ALKIS-2D-Geometrie maßgeblich für die Entwicklung des LoD2-Körpers ist, müssen für die Erhebung einige Vorgaben gemacht werden. Dies betrifft eine für die LoD2-Entwicklung optimierte Festlegung der ALKIS-Bauteile und deren Standard-Dachformen, die Erhebung der Höhen (Punktauswahl zu First-, Trauf-, Bodenpunkt und deren Höhengenauigkeit) und die Einhaltung der ALKIS-Erhebungsstandards. Dabei muss die Wirtschaftlichkeit der Datenerhebung im Blick bleiben.

 Interaktive Fortführung

Im Zuge der Fortführung bestimmen die ALKIS-Vorgaben mit einer hohen Lagegenauigkeit, der Bauteilstrukturierung und der Festlegung der Firstlinie den Ablauf des integrierten Fortführungsprozesses. Nach Erfassung der 2D-Gebäude- und Bauteilumringe sowie deren Attributierungen (Dachform, Höhen, Firstrichtung)erfolgt die automatisierte 3D-Modellierung über festgelegte Regeln. Eventuell erforderliche Optimierungen an den 3D-Objekten erfolgen nur in der 2D-Ebene durch Eingriff in die Bauteilbildung sowie der Attributierung der ALKIS-Objekte und einer neuerlich automatisierten 3D-Modellierung.

Ausblick

Aktuell konzentrieren sich die Projektaktivitäten auf die Optimierung der Prozessabläufe und die automatisierte 3D-Erzeugung. Danach erfolgt die Anpassung der erforderlichen Verwaltungs- und Erhebungsvorschriften sowie die Klärung betriebswirtschaftlicher Fragestellungen. Auf der technischen Ebene werden weitere Methoden zur Ermittlung von Höheninformationen aus weiteren Datenquellen untersucht, um mittelfristig den Prozess weiter zu optimieren. Bestehende LoD2-Datenbestände werden parallel möglichst automatisiert qualitätsverbessert, damit diese als Ausgangsdatenbasis für die interaktive Bearbeitung dienen können. Zukünftig stehen somit stets aktuelle ALKIS- und LoD2-Daten zur Verfügung.

 

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