Aus der Praxis

Berlin setzt auf Automation in der Kartographie

Berlin setzt auf Automation in der Kartographie

Erfolgreiche automatisierte Erstableitung der DTK25 aus dem Basis-DLM

Bei der Abteilung III -Geoinformation- der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen konnte im Frühjahr 2017 die automatisierte Ableitung der DTK25 aus dem ATKIS Basis-DLM erfolgreich in den Produktionsprozess eingeführt werden.

Die kartographische Generalisierung erfolgt jetzt nicht mehr interaktiv, sondern automatisiert mit den Software-Modulen CHANGE und PUSH des Institutes für Kartographie und Geoinformatik der Leibnitz Universität Hannover, die vollständig im 3A Editor ATKIS integriert sind. Die aus der ALKIS-Datenhaltung in die DTK25 importierten Gebäude werden mit den für offene und geschlossene Bebauung vorliegenden Parametersätzen mit CHANGE generalisiert. Das Resultat zeigt eine deutlich klarere und von Kleinstgebäuden bereinigte Gebäudestruktur. Dann erfolgt mittels PUSH die Berechnung und Darstellung verdrängter Kartengeometrieobjekte für das gesamte Kartenblatt einer DTK25. Im Ergebnis werden die bisher von anderen Objekten verdeckten Kartenelemente sichtbar (z.B. Stützmauer unter Straße, Bezirksgrenze unter Gewässer) und müssen nicht mehr mit hohem Zeitaufwand interaktiv versetzt werden.

Die bisher mit der automatisierten Ableitung der DTK25 gesammelten Erfahrungen stimmen überaus positiv, weiteren interaktiven Arbeitsaufwand bei der Herstellung der DTK25 zu minimieren und dadurch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kartographie mit anderen Aufgaben betrauen zu können.

Im Einzelnen sieht der aktuelle Workflow zur Erstableitung der DTK25 folgende Arbeitsschritte vor:

  1. Fortführungsprojekt DTK25 anlegen und Laden der Bestandsdaten aus ATKIS-DHK
  2. Gebäudeübernahme aus der ALKIS-DHK
  3. Generalisierung mit CHANGE und PUSH
  4. Übernahme der Höhenlinien aus dem DGM1
  5. Interaktive kartographische Bearbeitung und Lesung
  6. Projekt in die ATKIS- DHK zurückschreiben
  7. Erzeugung der Rasterdaten gemäß technischem Regelwerk der AdV
  8. Datenbereitstellung für diverse Dienste

Die Fortführung der DTK25 erfolgt über das Verfahren der integrierten Fortführung mit dem Basis-DLM. Künftig sollen die bereits bei der Aktualisierung des Basis-DLM gesammelten Fortführungsmarker (FF-Marker) genutzt werden, um die Bearbeiter für Prüfung und ggf. kartographische Nachbearbeitung automatisch zu allen Änderungen zu führen.

In einer Voruntersuchung wird derzeit die Möglichkeit geprüft, FF-Marker auch in ALKIS zu erzeugen und diese mit den aktuellen ALKIS-Daten für die Aktualisierung des Basis-DLM zu nutzen. Damit ist ein durchgängiger Datenfluss von ALKIS bis hin zur DTK nach dem Motto „Einmal erheben – mehrfach nutzen“ gewährleistet. Ebenso soll ein weitestgehend automatisierter Generalisierungsablauf durch die Prozesssteuerung FEE (Function Execution Environment) zeitnah realisiert werden.

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