Logistik

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Optimierung von Prozessketten mit GIS

Erfolgreiches Ziel2.NRW-Förderprojekt in der Praxis im Einsatz

GIS-Einsatz zur Optimierung von Prozessketten der landwirtschaftlichen Transportlogistik mittels Einbindung von Satellitennavigation, RFID, SAP- und Cloud-Lösungen

Im Rheinland ist dies im Herbst ein vertrautes Bild: Traktoren und Lastwagen, die während der sogenannten „Kampagne“ zwischen September und Dezember Zuckerrüben von den Anbauflächen in die Zuckerfabriken transportieren. Die Transportmengen sind riesig, die Transportwege nicht immer kurz, Dieselkraftstoff ist ein Kostenfaktor, das Zeitfenster für den Transport klein und die Lagerflächen an den Fabriken beschränkt – es ist leicht vorstellbar, dass für diese just-in-time-Lieferungen der Rüben an die Zuckerfabriken eine komplexe Logistik betrieben wird, die oft auch flexibel auf Wetterkapriolen reagieren muss.

Ziel des Förderprojektes field2factory1 war es, mit einer GIS-Lösung die Planung, Dokumentation, Überwachung und Auswertung dieser just-in-time-Lieferprozesse der Zuckerrübenlogistik optimal zu unterstützen. Damit werden Fahrtstrecken durch bessere Planung minimiert und Leerfahrten der Transportfahrzeuge vermieden. Gleichzeitig werden damit eine möglichst gleichmäßige Auslastung der Werke und nicht zuletzt auch positive Umwelteffekte durch geringeren Treibstoffverbrauch und eine Reduktion der CO2-Belastung erreicht. Die Wirtschaftlichkeit des gesamten Transportprozesses wird „nebenbei“ natürlich auch verbessert. 

An diesem Förderprojekt war die AED-SICAD AG mit den zentralen Entwicklungen beteiligt. Die ZUTRA, eine 100%ige Tochter der Pfeiffer & Langen KG („Kölner Zucker“) als Nutzer des f2f-Systems und die GEOsat GmbH, Mülheim/Ruhr, als Projektinitiator und im Projekt zuständig für die Planungskomponente, waren Projektpartner.

Aufgabe von AED-SICAD war es, den Geodatenserver (auf der Basis von ArcGIS for Server von Esri) als zentrale Datenhaltung für die Stamm- und Bewegungsdaten des Logistikprozesses einschließlich raumbezogener Daten wie z. B. Anbauflächen (Schläge) und Mietenstandorten zu entwickeln. Auch die Software für den Datentransfer von Anbauerstammdaten aus dem SAP-System der ZUTRA in den Geodatenserver sowie von allen Kampagnedaten zwischen Geodatenserver und den mobilen externen Datenerfassungseinheiten (Bordrechner auf Verladegeräten und Rodefahrzeugen, ausgestattet mit der Software BetaGIS, die auf ArcPad von Esri basiert, GPS und UMTS) waren von AED-SICAD zu entwickeln und zu einer Logistiklösung zu integrieren. 

Des Weiteren wurde von AED-SICAD ein Web-Client auf der Basis eines WebFrameWorks entwickelt, mit dem auf den aktuellen Stand der Kampagnedaten im Geodatenserver – aus unterschiedlich motivierten Benutzerperspektiven – „geschaut“ werden kann. Im Web-Client wird eine Benutzer- und Rechteverwaltung sichergestellt, dass jeder Benutzer nur Zugriff auf „seine“ Daten hat. Die nachfolgende Abbildung zeigt beispielhaft die Sicht eines Anbauers auf „seine“ Schläge in der Karte sowie auf weitere, diesem Anbauern zugeordnete Kampagnedaten.

Die Entwicklungen, die für AED-SICAD von der fachlichen Seite her das bisherige Produktportfolio erweitern, sind in Produktion. Das Förderprojekt wurde von der NRW Bank als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnet.

Veröffentlichung in der Zeitschrift zfv

Das System wurde in seiner ersten Ausbaustufe in der Kampagne 2011/2012 erfolgreich eingesetzt:

  • Anbauerstammdaten, Erfassungsergebnisse für die Geometrien der Schläge, Zeit- und Mengenplanungen der Transporte sind in der zentralen Datenhaltung f2f-Server zusammen geführt, laufend ergänzt und aktualisiert und an die mobilen externen Erfassungseinheiten abgegeben worden, die im Feld auf Rodern und Verladefahrzeugen eingesetzt werden.
  • Der Datentransfer zwischen den mobilen externen Erfassungssystemen und f2f-Server erfolgte in beiden Richtungen in Form von XML-Dateien, die per UMTS aus dem Feld auf einen zentralen Server übertragen werden. Dort erfolgte dann der eigentliche Import in f2f-Server.
  • Mit Beginn der Zuckerrübenernte im Herbst 2011 hat das f2f-Server auch Bewegungsdaten aufgenommen: Daten zu Rodevorgängen sowie georeferenzierte Verladungsdaten mit tatsächlichen Transportmengen.
  • Diese Daten wurden durch f2f-WebClient über das Internet für berechtigte Nutzer (Landwirte, Logistikverantwortliche) verfügbar gemacht.

Mit Beginn der Zuckerrübenernte im Herbst der Kampagne 2012/2013 – wird field2factory von AED-SICAD bei der ZUTRA produktiv eingesetzt.

Projektüberblick der Fa. ZUTRA inkl. Video

field2factory ist als System grundsätzlich für die LoGIStik anderer Anwendungsfälle der Transportoptimierungen geeignet. Das System ist modular konzipiert – und damit von vornherein auf einen Ausbau für weitere Stufen mit zusätzlichen Komponenten und Funktionalitäten ausgelegt.

field2factory hat beim GIS Best Practice Award 2012 des DVW den zweiten Platz belegt.

DVW verleiht den GIS Best Practice Award 2012

 


1field2factory ist Gewinner des Förderwettbewerbs Logistik.NRW des Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW (MWME) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW (MIWFT), sowie dem Ministerium für Bauen und Verkehr NRW (MBV) im Rahmen des EU-NRW-Ziel 2-Programms "Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung 2007 - 2013".