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Bewährungsprobe bestens bestanden:

GIS im Störungs- und Krisenmanagement der Pfalzwerke

Logo der Pfalzwerke

Mit ihrem neuen GIS -gestützten Störungs- und Krisenmanagement (GSKM) sind die Pfalzwerke für alle Eventualitäten gut gerüstet. Der Regionalversorger hat mit dem GIS Portal, der Internet-Plattform von AED-SICAD auf ArcIMS® , ein Instrument gerade für die Situationen geschaffen, in denen es auf volle Transparenz und schnelles Handeln ankommt.

Dass das Konzept den wirklichen Bedarf der Praxis trifft, zeigt die positive Resonanz bei den Vorständen, dem Krisenstab und der zentralen Netzleitstelle. Und dabei sind die Möglichkeiten dieser GIS -Lösung im Web – von der Kombination neuartiger Themen über die visuellen Vorteile bis hin zu starken Analysefunktionen – bislang nur ansatzweise ausgeschöpft.

 

Strategisches Instrument für alle Fälle

Ihren Hauptsitz haben die Pfalzwerke in der Großstadt Ludwigshafen. Das Netzgebiet des Regionalversorgers mit ca. 6000 km 2 umfasst auch das größte zusammenhängende Waldgebiet in ganz Deutschland entlang der französischen Grenze. Im westlichen Teil des Versorgungsgebietes ereignete sich vor rund zwei Jahren ein Bauunfall, der eine überörtliche Kettenreaktion im Netz verursachte. Diese Großstörung lieferte den Anlass zum nun aufgebauten GIS -gestützten Störungs- und Krisenmanagementsystem, mit dem die Pfalzwerke bundesweiter Vorreiter sind. Ziele des GSKM sind neben der Transparenz der Versorgungssituation und der Identifikation betroffener Kunden vor allem die Verkürzung der Störungs- und Krisenzeiten durch schnelle Wiederversorgung sowie eine Minimierung der zusätzlichen Kosten und Verluste.

 

Nicht nur Ausnahmesituationen, sondern auch „normale“ Störungen sollten so besser beherrschbar werden und mit optimiertem Ressourceneinsatz zu beheben sein. Das Einsatz-Spektrum ist ganz bewusst breit gefasst: Kleinräumige und zumeist technisch bedingte Störfälle, die von Wartungsteams beseitigt werden können, zählen ebenso dazu wie die als Krisen bezeichneten Ereignisse, wie sie durch Naturkatastrophen hervorgerufen werden.

Der erste Ernstfall – schneller als erwartet

Das GSKM wurde bereits im Januar 2007 erfolgreich in Betrieb genommen. Als Fundament dient das GIS Portal mit seiner umfassenden Benutzer- und Rechteverwaltung, dem URM. Zugleich ist dies der erste Schritt der Pfalzwerke hin zur Gesamtlösung auf ArcFM™ UT, der AED-SICAD Standard-Applikation für Utilities auf Arc GIS® Technologie. Die Web-Lösung läuft nicht nur stabil – sondern hatte bereits fünf Stunden nach der Freischaltung bei dem am 18. Jan ´07 über Deutschland hinwegfegenden Orkan-Tief „Kyrill“ ihre erste denkbar große Bewährungsprobe!

Die Daten wurden laufend aus dem Netzleitsystem in das GIS übergeben, analysiert und grafisch aufbereitet. Dank des so erzeugten Gesamtüberblicks konnten die Verantwortlichen der Pfalzwerke in Echtzeit Ausfälle lokalisieren, zuordnen und eingrenzen – und auf diese Weise auch schneller beheben. Wie ein Radarsystem verschaffte das System dem Krisenmanager sowie der Mannschaft im operativen Bereich Klarheit über die aktuelle Lage in allen Teilen des Versorgungsgebietes.

Dabei konnte das GSKM seine typischen Stärken voll ausspielen: Die Plattform verbindet die technische Infrastruktur mit der räumlichen Betrachtung. Hintergrund ist, dass die Netzstruktur von der administrativen Gliederung weitestgehend abweicht. Hier baut das System mit dem eigenständigen Layer „Ortsgrenzen“ die Brücke zwischen der Welt der Leitungen und der realen Besiedlung. Gerade aus der Endnutzerorientierung heraus hat dies ganz erhebliche Bedeutung. Gleiches gilt bei der für Jeden intuitiv verständlichen Farbkodierung: Rote Farbe gibt die räumliche Ausdehnung von Ausfällen wieder, Grün zeigt alle Gebiete, die störungsfrei sind.


Peter Hauffe, Leiter der Abt. Geo-Informations-Service der Pfalzwerke und Initiator des GSKM:

Unsere ersten Erfahrungen aus dem Praxiseinsatz haben gezeigt, dass Nichts so schnell ist wie visuelle Intelligenz. Diesen Vorteil wussten auch unsere Kollegen in der Netzleitstelle bei der engen Kooperation in dieser Krise sehr zu schätzen.

Generell kann das neue System alle Fragen zur Lokalisierung beantworten. Deshalb geht die Tragweite des GSKM über den reinen Einsatz bei unseren Spezialisten klar hinaus. Der zukünftigen Nutzung durch einen viel breiteren Kreis kommen die einfache Bedienung, die starken Analyse-Tools sowie die aussagekräftige Visualisierung entgegen.

 

Ausfälle überwachen, beheben, rekonstruieren und simulieren

Im konkreten Störungsfall müssen die Mitarbeiter in der Leitwarte nicht mehr parallel auch noch die Kommunikation mit betroffenen Personen und Vorgesetzten stemmen, sondern können sich jetzt ganz auf ihre Kernaufgabe – die schnelle Schadensbewältigung – konzentrieren. Während dessen übernimmt das System im Hintergrund automatisch die telefonischen Benachrichtigungen beispielsweise von Ämtern oder Bürgermeistern. Von dieser Entlastung profitieren die Pfalzwerke und die Kunden aufgrund verkürzter Reaktionszeiten bei Schaltungen im Netz.

Das GSKM steht für maximale Transparenz, da es ein dynamisches Monitoring von Zuständen in der Netzsituation ermöglicht. Bei jeder Änderung wird automatisch ein PDF zur Archivierung erstellt, wodurch Schadensverläufe und deren Behebung rekonstruierbar werden. Auch können über die tatsächlichen Ereignisse hinaus bei drohenden Situationen Szenarien wie Hochwassergefährdungen einzelner Netzgebiete „durchgespielt“ werden. Für derartige Simulationen werden zum Beispiel Flächen mit Überflutungs-Risiko definiert, Puffer gesetzt und die von Ausfällen betroffenen Personengruppen eingegrenzt, die dann im Ernstfall prophylaktisch informiert werden können. Auch hier ist die Referenzierung mit der genauen Lage sowie die Darstellung inklusive der benachbarten Infrastruktur besonders aussagekräftig. Somit dient das System als präventiver Hebel der Versorgungssicherheit und erhöht die Schlagkraft im Ernstfall einer Störung oder Krise.

 

Der grundlegende Vorteil der Lösung liegt in der Natur der Sache – nämlich der Internet-Fähigkeit durch das GIS Portal. So können über die Zentrale hinaus auch Mitarbeiter vor Ort Einblick in den Zustand der Ortsnetze nehmen und im Gegenzug aktuelle Situationsberichte dort einspielen. Dank der intuitiven Nutzung ist das GSKM im Call Center, das im Störfall den gesteigerten Informationsbedarf der Kunden befriedigen muss, ein ebenso wertvolles Informations-Tool wie auch für die Pressesprecherin.

 

Derzeit führen die Pfalzwerke Gespräche mit der öffentlichen Seite wie Kreisverwaltungen oder dem Technischen Hilfswerk (THW), mit denen zukünftig weitere Fachdaten ausgetauscht werden könnten. Vielversprechend gestaltet sich auch die mögliche Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD), woraus aktuelle Infos der Unwetterzentrale wie die Windausprägung im Netzgebiet als Faktoren online ins GIS kommen können.


Viel geschafft, noch Viel vor

Laut Peter Hauffe „herrscht bei den Pfalzwerken hohe Akzeptanz und regelrechter Enthusiasmus gerade bei denjenigen, für die das GSKM der erste Kontakt mit GIS ist.

Demnächst sollen auch die Wartungsfahrzeuge der Entstörungstrupps, die bereits mit GPS versehen sind, dynamisch eingeblendet werden. Zugleich ist die Ausweitung des Systems, das derzeit die Leitungen ab 20 kV aufwärts umfasst, auf die Niederspannung und damit die Ebene der Hausanschlüsse vorgesehen. Auch die vom VDN geforderte Schadens- und Verfügbarkeitsstatistik soll in maßgeblichen Teilen vom GSKM unterstützt werden.

Angesichts des großen Potenzials werden wir das System noch weiter ausbauen. Derzeit stoßen immer mehr Themen und neue Beteiligte hinzu; zugleich wächst die Vielfalt und Dringlichkeit unserer Aufgaben. Hier sind wir nicht mehr nur als GIS-Fachleute, sondern als Informations-Dienstleister zur effizienten, sicheren und kundenfreundlichen Versorgung in guten und in schwierigen Zeiten gefragt“, so Hauffe.

Kontakt:

Pfalzwerke Aktiengesellschaft
Peter Hauffe, Tel.: 0621 / 585 – 2346
E-mail: peter_hauffe@pfalzwerke.de

 

AED-SICAD
Gerald Kreuwel, Tel.: 089 / 45026 – 241
E-mail: gerald.kreuwel@aed-sicad.de


AED-SICAD
Kai-Uwe Schäfer, Tel.: 07245 / 93 864 – 4
E-Mail: kai-uwe.schaefer@aed-sicad.de

 

 

[Stand: 23.03.2007]